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Kronen Zeitung
03. Januar 2018

Spezielles zum Jahreswechsel

by Thomas Nußbaumer

Mit dem schon traditionellen “stillen Silvesterkonzert” beendete die Haller Galerie St. Barbara in der Konzertreihe ,,musik+” das alte Jahr. Im barocken Stadtsaal Hall spielte die Lautenisten-Legende Hopkinson Smith zarte, filigrane Musik.

Hopkinson Smith, der wohl charismatischste Lautenist der Gegenwart, schlug mit dem Schlussstück gekonnt den Bogen zum Anlass des Jahreswechsels. ,,The Dream”, ein Stück von John Dowland (1563-1626), spiegle, so Smith, die Sehnsucht nach Neuem und die Hoffnung, dass das Neue so lange wie möglich neu bleibe. Musikalische Motive treten mutig und akzentuiert hervor, werden ,,nachgeträumt” und ,,nachgedacht” und in recht eigenwillige Modulationen eingekleidet. Hopkinson Smith steht, wenn er die Meister des “Goldenen Zeitalters der Lautenmusik” auf seiner 8-chörigen Renaissancelaute zelebriert, über allen Dingen.
Das Publikum lauscht gespannt der ,,gentleman-like” Musik eines Anthony Holborn und den Genieblitzen John Dowland, der, so erzählt Smith, ein eigenwilliger Charakter war, lange in Deutschland und Dänemark wirkte, ehe er wieder nach England zurückkehrte und, dann schon ,,grau wie der Schwan und seinem Ende entgegensingend” (so Dowlands Sohn), am Hofe James I. einzog. Auf seiner reise hatte Dowland Gregorio Huwet kennengelernt, dessen ,,Fantasie” er mit einer chromatisierenden Überstimme und eleganten Koloraturen ausschmückte. Smith kontrastierte dieses Stück mit eigenen Bearbeitungen zweier ,,Lieder ohne Worte” von Felix Mendelssohn Bartholdy. Auch hier hätte man eine Stecknadel fallen hören können, als Meister sanft die Saiten strich. Das stillste Konzert des Jahres endete in der letzten Stunde und umso greller und lauter leuchteten und krachten die Silvesterraketen auf der Straße. […]

 

 

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