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BR-Klassik
July 2nd, 2017

CD - Hopkinson Smith: Mad Dog

by Detlef Krenge

Der sprichwörtliche verrückte Hund ist hier Lauten-Großmeister Hopkinson Smith. Als "Mad Dog" überschreitet er die Grenzen seines Instruments und enthüllt die intime Schönheit der elisabethanischen Lautenmusik.

"Mad Dog" prangt als Titel auf dem Cover, das ein Portraitfoto von Hopkinson Smith ziert. Also keine Frage, wer hier mit dem "verrückten Hund" gemeint ist. Hopkinson Smith als "Graue Eminenz" der Lautenszene zu bezeichnen, das wäre schon stark untertrieben. Präsenter geht es kaum. Gerade feierte er Ende letzten Jahres seinen 70. Geburtstag und unterrichtet immer munter weiter an der Schola Cantorum in Basel. Unzählige Lautenisten hat er ausgebildet und Karrieren angestoßen. Und auch Hopkinson Smith selbst ist noch ganz auf der Höhe: spieltechnisch souveräner und abgeklärter denn je, intellektuell messerscharf und klarsichtig. Davon zeugt diese CD in ganz besonderer Weise.


EXQUISITE KOMPOSITIONEN VON JOHNSON UND HOLBORNE

Englisches Repertoire war nie ein besonderer Schwerpunkt von Hopkinson Smith, es gibt nur eine Dowland-CD, die vor gut zehn Jahren erschienen ist. Nun widmet er sich vor allem den Vorgängern, zeichnet den Weg nach, der zur Musik von Dowland geführt und den Nährboden für sie gebildet hat. Das sind hier vor allem John Johnson und Anthony Holborne. Hopkinson Smith hat bei seiner Auswahl der Stücke ein Händchen für wirklich exquisite Kompositionen. Sein Sinn und Gespür für dieses Repertoire ist enorm.


PURE MUSIK

Technische Belange hat Hopkinson Smith wirklich weit hinter sich gelassen. So banal das erscheinen mag, hier trifft es wirklich zu. Die exzellente Durchhörbarkeit der polyphonen Strukturen im Kleinen, die Zeichnung der großen Bögen, Verzierungen, Melodien und rhythmischer Fluss - all das lässt die unaufdringliche Selbstverständlichkeit, mit der dieser Ausnahmemusiker am Werk ist, glatt vergessen. Übrig bleibt die pure Musik.

Der besondere Lautenklang auf dieser CD ist einem Kunstgriff von Hopkinson Smith zu verdanken. Er stimmt sein Instrument einen Ton tiefer, als es ursprünglich vom Erbauer gedacht war. Zu Zeiten der Laute war ein frei gewählter Stimmton durchaus nicht unüblich, ist heute aber selten anzutreffen. Dunkel und voll wird das Timbre dadurch, geschmeidig die Linien und innig der Ton. Perfekt für diese Musik. Nicht zuletzt damit zeigt Hopkinson Smith, dass er bei aller musikalischer und instrumentaler Meisterschaft stets auch über den Tellerrand hinaus blicken kann. Ein verrückter Hund eben.

 

 

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